Follow Me – themenfremder Beitrag

Warum schreibe ich?

Vom Follow me gehört haben tatsächlich schon einige, gesehen haben es auch viele, aber es fehlen anscheinend Einschätzungen bzw. Erfahrungsberichte. Deshalb verzapf ich jetzt mal einen.

Disclaimer: Dieser Beitrag könnte als Werbung aufgefasst werden, ich habe das Follow Me regulär und zum vollen Preis beim Händler erworben und habe kein Geld für diesen Blog-Artikel vom Hersteller oder Händler (oder sonst jemandem) bekommen.

Wir besitzen seit letztem Jahr ein Follow Me. Ja, jetzt wollt ihr wissen, was das ist. Für fahrradbegeisterte Eltern ist es die beste Erfindung seit der des Rades selbst. Es löst das Problem, dass der Nachwuchs irgendwann zu schwer/groß für den Kindersitz auf dem Gepäckträger geworden ist, aber noch nicht lang genug durchhält, um nennenswerte Fahrradtouren mitzumachen. Was liegt also näher, als ein Tandem zu kaufen? Das Kind fährt mit und gut. Jetzt hat nicht jeder den Platz für ein Tandem, speziell, wer zur Miete wohnt, wird es nur in seltenen Fällen in den Keller bekommen. Von den Kosten mal abgesehen… Der Nachwuchs möchte zudem gerne selber fahren? Zweites Problem. Selbst wenn man als Eltern die Autonomie seiner Kinder unterstützen möchte, stellt sich das Problem, wenn auf der Tour irgendwann der Radweg zu Ende ist und man auf der Straße weiterfahren muss.

Und hier kommt das Follow me ins Spiel: es ermöglicht schlicht und einfach, das Kinderrad an das eigene Rad 🚲 anzukuppeln und somit aus zwei Rädern eines zu machen.

Elternfahrrad mit Follow me

Das Kind kann selbstständig fahren, bis es erschöpft ist oder der Radweg zu Ende ist. Die ewige Ich-kann-nicht-mehr-Litanei kann man sich also ersparen und zudem die Kurzen vor den Gefahren eines kurzen Abschnitts über öffentliche Straßen bewahren.

Wie funktioniert das Ganze?

Der Adapter (das Follow me) wird an das Hinterrad des Fahrrades des Erwachsenen montiert, dazu wird im Grunde nur die Steckschraube durch das Hinterrad ausgetauscht, gegen eine, die die Aufnahme des Follow me erlaubt. Dabei kommen die üblichen Schnellspanner zum Einsatz. Wenn man das einmal raushat, ist das Follow me in unter 5 min auch von einem Fahrrad an ein anderes getauscht, wenn also Vatti nicht mehr ziehen kann, übernimmt Mutti (oder andersrum). Das Kinderrad wird bei Erstmontage mit zwei speziellen Radmutter versehen und einer Schelle um den Rahmen, um das Gespann zusätzlichen arretieren.

Anpassung am Kinderrad

Das andocken des Kinderrades dauert mit etwas Routine (bei uns) etwa zwei Minuten, eine Zeit, die man sonst auch gut mit Diskussionen, von Wegen es gab doch gerade erst was zu futtern oder doch, du kannst noch, wir sind doch erst drei Stunden gefahren verbringen kann.

Aber wie funktioniert das denn jetzt genau?

Also: der Vorderreifen des Kinderfahrrad wird in das Follow me eingespannt und schwebt fortan in demselben über dem Radweg, die gesamte Lenkung erfolgt vom großen Rad aus. Dabei hilft ungemein die verbaute Knicklenkung, im Prinzip fährt das Kinderrad den Weg nach, den der Erwachsene vorne vorgibt. Etwas Vorsicht ist geboten, gerade an engen Stellen, weil es eben nicht genau derselbe Weg ist. Wer sich wundert, warum das Treten plötzlich so leicht geworden ist, sollte sich evtl. einmal umdrehen, nicht der Kurze die letzte Ecke nicht gepackt hat… Spaß; ist bisher bei uns noch nie vorgekommen. Was man aber tatsächlich feststellen kann, ist dass der Nachwuchs hinten kräftig mit trampelt, das fühlt sich fast nach Elektromotor an.

Aus zwei mach eins: das Follow me hält großes und kleines Rad zusammen.

Und wenn Verkehr, Kräfte oder Steigung es wieder zulassen, ist das Kind genauso schnell wieder autonom unterwegs, wie es zuvor angedockt wurde.

Fazit

Eine tolle Erfindung. Man spult mal eben wieder Touren ab, die in weiter Ferne schienen; um die 20 km (wenn mal will und selber durchhält auch mehr). Das mit dem Follow me entstehende Tandem ist überraschend agil und stabil, von etwas wackeln, wenn die Kurzen nicht stillhalten können, abgesehen.

Die Fahrt auf ebenem Terrain läuft deutlich schneller ab, als wenn die Kurzen allein fahren und auch bergab zieht das Elternfahrrad gut am Nachwuchsrad, man darf nicht vergessen, dass die kleinen Räder ohne Gangschaltung einfach langsamer bergab sind.

Einzig bergauf merkt man das zusätzliche Gewicht von Kind plus Fahrrad plus Follow me dann doch. Das Kind muss natürlich selber sicher auf dem Rad sitzen und fahren können und darf nicht zu Narkolepsie neigen, sonst wird das Vergnügen nachhaltig getrübt. Wir haben mit knapp 5 Jahren angefangen und in der Broschüre stand, so glaube ich mich zu erinnern, etwas von bis zu einem Alter von 8 Jahren (begrenzt von Größe des Kinderrades und irgendwann der Ansicht, dass das ja uncool sein könnte, bei Mutti/Vatti hintendrein zu fahren).

Der Preis von etwas über 200 € ist durchaus nicht ohne. Man muss halt abwägen, ob es sich für den eigenen Alltag lohnt und ob die Affinität zum Radeln groß genug ist. Meine Einschätzung ist allerdings, dass das Follow me mehr als ein Kind lang hält und somit entweder in der Familie oder im Freundeskreis weitergegeben werden kann oder sonst auch noch für gutes Geld gebraucht verkauft werden kann. Die überraschten Blicke von Passanten, wenn man mit dem Dingen und dem Nachwuchs hintendrein vorbei fährt gibts allerdings dann gratis dazu.

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